24. November – 22. Dezember 2007
Eröffnung: Freitag, 23. November, 19 bis 22 Uhr
In der Ausstellung „Drift“ werden neue Bilder und Animationen von Stefan Fahrnländer präsentiert. Zu sehen sind skurrile Objekte, deren Funktion Rätsel aufgibt: maschinenähnliche Körper, die eingebettet sind in die Natur als seien sie Teil von ihr, vertraute Gegenstände, die jedoch ganz neue Assoziationen wecken, zarte Blütenpflanzen, deren faszinierender Reiz sich aus ihrer futuristischen Anmut speist.
Ein essentieller Aspekt des Informationszeitalters - die Vereinigung von Natur und Technik - spiegelt sich in Stefan Fahrnländers Arbeiten nicht nur objektiv in den Sujets, sondern auch technisch, mittels der fotorealistischen, am Computer generierten 3D-Grafik wieder. Medial greift Fahrnländer damit auf ein zeitgemäßes Medium zurück und bezeichnet seine in der Tradition der abendländischen Tafelmalerei stehende Arbeit als "Digitale Malerei".
Stefan Fahrnländer (geboren 1959 in Dresden, lebt und arbeitet in Berlin) hat an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studiert und war Meisterschüler bei Ralf Kerbach. Anfangs malte er im Duktus der Dresdner Schule expressiv und figürlich-flächig unter Bevorzugung dunkler Farbtöne. Als er sich Architekturmotiven mit streng gegliederten Fassaden zuwandte, nahmen seine Gemälde geometrische Grundformen auf. Diese fotorealistischen Architekturen ließen seine Vorliebe für Perfektion und Glätte, für klar strukturierte Kompositionen und Bildräume erkennen, die er in seiner weiteren Entwicklung beibehalten hat. Im digitalen Schaffensprozess fand er die Möglichkeit, diese Ansprüche effektiv umzusetzen. So legte Fahrnländer den Pinsel um die Jahrtausendwende vollends beiseite, um sich ausschließlich dem Medium des Computers zu widmen. In seinen frühen digitalen Werken war oft eine scheinbare Verdrängung der Natur durch Technik oder umgekehrt wahrzunehmen. Im Gegenzug dazu ergänzen sich diese zwei Zustände in seinen neuen Arbeiten. Nun „wachsen“ florale Gebilde in Umgebung der Natur und konvergieren zu Szenerien die nicht mehr als künstlich oder natürlich zuzuordnen sind.
In his photograph-based works Peter Freitag tackles the effects of everyday scenes. This involves concentrating on well-worn clichés which we encounter daily in the picture-saturated media and which we barely take notice of any more.
The exhibition features four groups. The works for the series EXAMPLES FOR COMMUNICATION and SCENES FOR LIFE originate from advertising. This is the idealised world presented as reality in department store catalogues and travel brochures. With minimal manipulation the artist has technically altered the scenes by means of analogue and digital collages, some of which are hardly noticeable, whilst others appear ostentatious. Thus freed from the advertising message these pictures tell a completely different story.
For the series PRIVATE STAGES and EBAYS Peter Freitag uses private picture material available to the public on the internet. While PRIVATE STAGES mutates by mechanical and digital processes from pornographic `dirty pictures` to haptic picture puzzles of the interior in which the persona are eliminated, the collage compilation of an e-bay user's various articles seems, in contrast, like an attempt at convergence with an anonymous character. Or does the empty room of a PRIVATE STAGE series entice us to draw conclusions on the character of a no longer visible pin-up girl, or even of another person...?