12. Mai - 23. Juni 2007
Eröffnung: Freitag, 11. Mai, 19 - 21 Uhr
Ansprache von Ludwig Seyfarth um 20 Uhr
Die aus digitalen Collagen entstandenen Sujets ihrer auf traditionellen Bildmedien dargestellten Arbeiten („Aquarelle“ und großformatige Tapisserien) erzählen globalpolitsch geladene Geschichten und ziehen Stränge zwischen antiker Mythologie und Lara Croft.
Margret Eicher (*1955) studierte an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. In den achtziger Jahren entwickelte sie die Technik der „Copy Collage“. Heute verfügt sie über einen enormen digital archivierten Bilderfundus mit Motiven aus der Kunstgeschichte und aus aktuellen Tagesgeschehen, die sie aus Lifestylemagazinen, der Werbung und vielen weiteren Kommunikationsmedien wie Zeitungen, Büchern und Internet bezieht. Margret Eicher hat das Medium des herrschaftlichen Wandbehangs wieder entdeckt, um eine neue Kunstform zu etablieren. Während die Tapisserien als Zitate des traditionellen Bildmediums der höfischen Gesellschaft mit ihrer überbordenden barocken Bild- und Materialpräsenz den Betrachter an Machtrepräsentanz des 16. und 17. Jahrhunderts erinnern, verwandelt sich die ornamentale Wirkung der Arbeiten im Prozeß der Anschauung zu einem kritischen Kommentar im Umgang mit Bildern in der Informationsgesellschaft. Diese Wirkung wird erzielt durch eine ironische Gegenüberstellung und Kombination von zeitgenössischem trivialen Bildmaterial mit traditionellen, inhaltlich stark besetzten Bildmedien.
„Fun ist ein Stahlbad“ (Theodor W. Adorno) – Frohsinn und erotischer Lustgewinn werden zu schweißtreibender Arbeit: Margret Eichers Arbeiten regen kritisches Denken an in Bezug auf unsere durch die Medien beeinflusste Bildkultur, die entfesselte Lust nicht zulässt, weil ihr Sinn einzig darin besteht, die „Vorlust aufzustacheln“.
Topografisch knüpft die Galerie Caesar & Koba mit dieser Ausstellung an die in der Speicherstadt ansässige Tradition des Teppichhandels. In unmittelbarer Nachbarschaft der sich rasant verändernden Speicherstadt wird dieser Handel noch immer auf über 60.000 m² betrieben und ist somit bis heute der weltweit größte „Marktplatz“ für (orientalische) Teppiche.