06. April - 03. Mai 2007
Eröffnung: Donnerstag, 05. April, 19 - 21 Uhr
Mit den Arbeiten von Nicole Nickel und Stephan Fritsch trifft Malerei auf Digitalkunst. Es scheint, als könnten die beiden Positionen nicht gegensätzlicher sein. Die dem realen Pinselduktus entsagte Digitalkunst wird einer gegenstandslosen Malerei gegenüber gestellt, welche gestisch die Lust an der Farbe feiert. Die Arbeiten der beiden Künstler sind insofern nah, als dass das Speichern und Schichten von Fahrbflächen und dargestellten Kompositionselementen einen wesentlichen Aspekt in ihrem Schaffensprozess darstellt.
Nicole Nickel (1968) studierte Malerei bei Friedemann Hahn an der Akademie für Bildende Künste Mainz. Anfänglich beschäftigte sie sich mit den Themen Architektur und Fläche. 1997 wendete sie sich vom rechteckigen Format des Rahmens ab. Wenig später wandte sie sich konsequenterweise der Informatik zu, dem Werkzeug, das fähig ist, die Quadratur des Rahmens zu brechen und in kürzester Zeit ein Maximum an Flächen herzustellen. Nicole Nickel besitzt ein umfangreiches digitales Archiv aller möglichen Fundstücke. Heute bewegen sich ihre Arbeiten zwischen architektonischem Realismus und größtmöglicher Abstraktion, die durch Motive und leicht zu identifizierende Themen dennoch einen gewissen Grad von Wirklichkeit bewahren.
Stephan Fritsch (1962) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Helmut Sturm. Er arbeitete mehrere Jahre als Assistent für Malerei bei Jerry Zeniuk. Seine frühen Gemälde folgen der Ästhetik industriell hergestellter Muster. Dabei bediente sich Fritsch eines abstrakten Formenvokabulars und fügte sich so in den Kontext gegenstandsloser Malerei ein. Seine heutigen Arbeiten weisen einen Auftrag scheinbar unkontrollierter Farbflecken auf. Übereinander geschichtet und in freien Bahnen geronnen ermöglichen sie die haptisch erfahrbare Präsenz von Farbe. In seiner Wandmalerei wendet der Künstler das gleiche Prinzip auf den Innenraum an.